Zum Wegwerfen zu schade

Gebäude, welche in einer in Holz-Skelettbauweise errichtet werden, bezeichnet man als Fachwerkbauten.

Senkrechte Ständer und waagerechte Rähme und Balken stützen das Gebäude, vertikale Riegel unterteilen größere Wandbereiche in annähernd quadratische Flächen.

Während Fachwerkbauten in Süddeutschland vor allem durch ihre künstlerisch verbauten Hölzer auffallen, wurde in Norddeutschland viel (zuweilen bemaltes) Dekor verwendet.

Typisch sind u.a. Schnitzereien an den Balken (Zahnschnittfriese, Taubänder, Schiffskehlen usw.), im Weserraum die verschiedenen Rosettentypen und, in in der Spätrenaissance und im frühen Barock, die Brustplatten.

Besonders reich sind letztere am Haus Am Markt 21, Stadthagen, und die Häuser Brennerstraße 291 und Klosterstraße 9-10, Rinteln zu sehen.

Das Haus Klosterstraße 4 weist diesbezüglich eine Besonderheit auf: während sich drei Brustplatten in die Ständer-Riegel-Konstruktion einfügen, scheint die vierte, rechte Platte, ganz und gar nicht dazu zu passen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt sie von einem anderen Haus und wurde erst später hier eingebaut.

Das Ornament ist unvollständig; es ist allerdings unwahrscheinlich, dass die Platte abgeschnitten wurde.

Viel eher setzte sich das Ornament auf einem rechts anschließenden Ständer fort.

Dies war westlich der Weser durchaus üblich, wie zum Beispiel die Häuser Marktstraße 13 und die Dechanei in Höxter zeigen.

 


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